Yogis

Der Stillste Raum

Yogis — a story by Pemba Umoja

"OK, halbe Taube. Bring dein linkes Knie nach vorne. Jetzt drehen. Den rechten Fuß nach oben beugen. Greif mit der linken Hand nach hinten. Pack den Fuß. Zieh ihn ran."

"Oh nein… mein Schritt."

"Ich liebe diese Lulu Lemon Hosen. Ich war damit schon dreimal beim Schneider. Offensichtlich funktioniert nichts. Lulu Lemon macht solche Hosen einfach nicht mehr."

"Niemand gucken, OK?"

Yogi 2 spürt einen kichernden Ausbruch aus seinen Eingeweiden aufsteigen und versucht, ein Lachen als Husten zu tarnen in dem verzweifelt stillen Raum.

Wie kann der ganze Raum gerade nicht vor Lachen brüllen? grübelt er.

"Oh nein… nicht schon wieder."

Er presst seinen Bauch zusammen.

"Oh nein… nicht schon wieder."

Er presst und atmet, spannt seine Muskeln an, lockert seine Lippen und seinen Kiefer und kämpft verzweifelt darum, ein Lachen zurückzuhalten.

"Alles in Ordnung, Yogi?" fragt der Lehrer.

Ein Lachen.

Husten.

Lachen.

Husten.

Bricht heraus.

"Brauchst du Wasser?"

Schweißtropfen sammeln sich in einer Pfütze vor Yogi 2.

Noch ein Lachen, Husten, Lachen, Husten.

"Alles in Ordnung, Yogi? Ich hole dir Wasser."

Der Schweiß sammelt sich in der Pfütze.

"Mir… mir…geht's gut."

Der Yogalehrer steht mit einem Becher Wasser vor ihm.

Yogi 2 wendet den Blick ab.

"Ich kenne einen guten Schneider", flüstert Yogi 2, als der Lehrer sich über ihn beugt und ihm Wasser gibt.

"Mensch, danke. Das weiß ich wirklich zu schätzen."

Die anderen Yogis starren mit steinernen Gesichtern in ihren herabschauenden Hunden.

Das Geräusch ihres Ujjayi-Atems hallt durch den verzweifelt stillen Raum.

A story by Pemba Umoja