Sonnenblumenlächeln

Ein kleiner Mut in einer stillen Stadt

Sonnenblumenlächeln — a story by Pemba Umoja

„Also, was hältst du von der Stadt?“

„Alle sind sehr stoisch. Sie starrten mich an, als ob sie durch mich hindurchschauten, nicht auf mich.“

„Wirklich? Die Leute sind nett. Sie wollen nur nicht zuerst Hallo sagen, das ist alles.“

„Hmm. Da bin ich mir nicht so sicher.“

„Versuche es einfach, wenn du das nächste Mal einen Passanten siehst. Lächle zuerst.“

Neugierig geworden, ging der Junge auf die Straße hinaus und lief.

Er ging an einem glattrasierten jungen Geschäftsmann vorbei und lächelte ihn an.

Der Geschäftsmann erwiderte seinen Blick und lächelte zurück, wobei ein Grübchen auf seiner linken Wange erschien.

„Interessant“, dachte der Junge.

Als Nächstes näherte sich ein junges Mädchen in einem wunderschönen Blumenkleid mit einem Sonnenblumenmuster.

Er lächelte sie an. Sie sah ihn schüchtern an und lächelte dann strahlend.

Es war das schönste Lächeln, das der Junge je gesehen hatte. Sein Herz pochte.

Das junge Mädchen ging 4-5-6 Schritte an ihm vorbei. Der Junge ging 4-5-6 Schritte weiter.

Dann drehten sie sich im selben Augenblick um, als hätten sie beide eine Sternschnuppe gesehen.

Und dann näherte sich das schüchterne junge Mädchen dem Jungen, und der Junge, der gedacht hatte, alle in der Stadt seien gemein, näherte sich dem jungen Mädchen im Sonnenblumenkleid.

Er lächelte wieder. „Ich bin David.“ Sie lächelte. „Ich bin Sarah.“

Er kicherte, sie ebenfalls.

„Wohin gehst du?“, fragte er.

„Nur so umher“, antwortete sie.

„Ich auch“, antwortete er. „Hättest du etwas dagegen, wenn ich mit dir umhergehe?“, fragte er. Seine Frage überraschte ihn selbst.

Wenn man eine Sternschnuppe in einem Sonnenblumenkleid sieht, was soll man da sonst tun?

Und alles begann mit einem einfachen Lächeln.

A story by Pemba Umoja