Bergmädchen
Fußspuren im Schnee
"Ich fühle mich erfüllt, wenn ich mit einem Herzen voller Liebe in das Getümmel des Lebens gehe, was auch kommen mag", sagt die junge Frau, als sie in ein Flugzeug nach Zendu steigt.
"Die Leute werden mich dort auffressen, sagt man — mich ins Gefängnis werfen, zur Zwangsarbeit verurteilen. Aber die Menschen, die ich von dort kennengelernt habe, sind die freundlichsten, die ich kenne, gerade weil sie so viel ertragen haben."
"Während die Leute mich auffressen, werde ich meine Ängste verschlingen", lächelt sie.
"Dann werde ich einen großen, schönen Berg besteigen — den größten des Kontinents."
"Und während ich steige, werde ich mit jedem Schritt meine Ängste zurücklassen, wie Fußspuren im Schnee."
"Ich werde auch die Vergangenheit hinter mir lassen. All die Sorgen meines Lebens werden weit unten zurückbleiben."
"Je höher ich steige, desto klarer werden meine Augen und mein Herz. Auf dem Gipfel wird alles klar sein", sinniert sie.
"Vielleicht werde ich auch meine eigenen Worte schlucken müssen", lacht sie leise.
"Wahrscheinlich werde ich von Wolken, Böen und eisigen Temperaturen getroffen. Aber auch das schenkt Klarheit, nicht wahr?" lächelt sie.
A story by Pemba Umoja