More Than Words in Boston

Eine Geschichte über verweigerte Freundlichkeit

More Than Words in Boston — a story by Pemba Umoja

More Than Words in Boston

Oma betrat die Buchhandlung, More Than Words.

"Was für ein schöner Name", dachte sie.

"Ah, ein Buch über die griechischen Inseln. Es war immer mein Traum, dorthin zu reisen", hauchte sie.

"Die stehen auf meiner Wunschliste", lächelte sie und drückte das Buch an ihre Brust.

Chelsea, ihre Enkelin, lächelte. Oma hatte es schwer gehabt zwischen Arztbesuchen und Krankenhausaufenthalten. Chelsea war so glücklich, ihre Oma glücklich zu sehen.

"Ah", rief Oma erneut. "Süditalien—das ist ein weiteres Traumziel."

"Und wir sind gerade erst angekommen, Oma. Lass uns noch ein bisschen stöbern", antwortete Chelsea.

Oma runzelte die Stirn.

"Oh je, ich muss gehen."

"Warum, Oma?"

"Weil ich muss, du weißt schon. Wie nennt es eure Generation? Eine Bio-Pause?"

Chelsea errötete ein wenig.

"Kein Problem, Oma. Das ist ein großes Geschäft. Die haben bestimmt eine Toilette."

"Das Schild sagte, keine öffentliche Toilette", antwortete Oma.

"Ich frage. Die lassen dich bestimmt."

"Entschuldigung", sagte Chelsea zur Angestellten hinter dem Tresen. "Meine Großmutter muss dringend die Toilette benutzen. Dürfen wir Ihre benutzen?"

"Nein", sagte die Angestellte. "Wir haben keine öffentliche Toilette."

"Aber Sie haben eine Toilette, oder?"

"Ja, aber sie ist nicht öffentlich."

"Ich bitte für meine Großmutter."

"Es tut mir leid", antwortete die Angestellte.

Oma hatte in der Nähe zugehört. Sie trat an den Tresen.

"Nun, ich wollte diese Bücher kaufen, aber jetzt nicht mehr", sagte sie und legte sie auf den Tresen.

"Sie können sie zurückhaben."

"Und wir werden nicht wiederkommen", fügte Chelsea hinzu.

Oma sah die Angestellte an.

"More Than Words ist ein hübscher Name für eine Buchhandlung", sagte sie.

"Aber ich schätze, sie hat jetzt keine Worte mehr."

A story by Pemba Umoja