Wahnsinn um Mitternacht

Ein Vollmond über dem Gipfelcafé

Wahnsinn um Mitternacht — a story by Pemba Umoja

Das Vollmond-Café lag auf einem Berggipfel. Schroffe Gipfel erhoben sich über der Küste wie die Stacheln einer Durianfrucht. Das Mondlicht schimmerte über den wogenden Meeren. Die Gäste kamen von nah und fern nur für diesen Ausblick.

„Dem Himmel sind wir hier ganz nah“, flüsterte ein junger Mann seiner Freundin zu, als sie den mondbeschienenen Pfad zu dem Café entlanggingen, das an einem Aussichtspunkt auf dem höchsten Gipfel hing.

In der Luft lag eine leichte Kühle, die eine Tasse Tee jedoch schnell vertreiben würde.

Eine freundliche Bedienung kam, um die Bestellung des Paares aufzunehmen. Ihr Lächeln gab dem Paar das Gefühl, warm und willkommen zu sein.

„Ana, du hast dieses Geschirr draußen stehen lassen. Ich habe dir gesagt, es muss gespült werden“, sagte eine Stimme, die schneidender war als die Kühle.

Die freundliche Bedienung zuckte zusammen.

„Ich bin gleich mit Ihrem Tee wieder da“, lächelte sie.

Genau in diesem Augenblick ging der Mond über dem entferntesten Gipfel auf.

Die Freundin des jungen Mannes schnappte nach Luft.

„Das ist der größte Mond, den ich je gesehen habe.“

Ihr Freund hielt ihre Hand warm, während sie die Aussicht bewunderten.

„Ich habe dir gesagt, du sollst zuhören. Es gibt keine Entschuldigung, Ana. Und wenn du fertig bist, feg die Terrasse. Es werden noch mehr Gäste kommen.“

Diese Stimme schnitt wie ein Messer durch die Kühle.

Die freundliche Bedienung erschien mit zwei Tassen warmen Tees.

„Bitte sehr“, sagte sie mit einem sanften Lächeln, eine Träne im Augenwinkel.

„Ein wunderschöner Mond heute Nacht“, sagte sie zu dem Paar.

„Der schönste Mond, den ich je gesehen habe“, erwiderte die Freundin.

„Ana!“, rief eine Stimme von hinten.

Die Bedienung zuckte erneut zusammen.

„Wenn es doch nur kein Vollmond wäre“, flüsterte die Bedienung zu sich selbst. „Er weckt in manchen die Wölfe.“

„Ana!“, rief ihre Mutter. „Nicht schon wieder!“

A story by Pemba Umoja