Güte

Ein Name, den es zu leben lohnt

Güte — a story by Pemba Umoja

Es war ein alter Mann namens Güte, der in einer Gasse gegenüber dem Meer lebte. Die Kinder rannten oft an seiner kleinen Hütte vorbei und riefen: "Dreckiger alter Mann!" Gütes Zuhause war nicht so prächtig wie ihres, aber es war sauber und voller Liebe.

Passanten schauten Güte mit Verachtung an, wenn er vorbeikam. Gütes Kleidung war zerlumpt und alt, aber immer sauber und gebügelt.

Eines Tages saß eines der Nachbarskinder in der Nähe von Gütes Hütte und weinte.

"Was ist los, armer Junge?" fragte Güte.

"Meine Brüder und Schwestern machen sich ständig über mich lustig," antwortete er schluchzend.

"Ich verstehe," sagte der alte Mann und sah den Jungen genauer an. "Ich glaube, ich erkenne dich. Du bist einer der Jungen, die mich neulich einen dreckigen alten Mann genannt haben."

Der Junge schaute schüchtern weg. "Ja, das war ich," gab der Junge zu. "Es tut mir leid."

"Das ist in Ordnung," antwortete Güte. "Ich war wie du, als ich so alt war wie du. Ich habe auch andere verspottet. Vielleicht werden eines Tages junge Jungen und Mädchen dich einen dreckigen alten Mann nennen," lachte Güte.

Der Junge kicherte und schaute Güte in die Augen.

Die Augen des alten Mannes funkelten wie das Meer. "Ich habe ein Heilmittel für deine Traurigkeit."

"Was ist es?" fragte der Junge, seine Augen wurden groß wie Muscheln.

"Es ist dasselbe Heilmittel, das mir vor langer, langer Zeit gegeben wurde."

Der Junge rümpfte die Nase und sah ihn neugierig an.

"Ich werde dir einen Spitznamen geben," lächelte der alte Mann mit dem strahlendsten Lächeln, das der Junge je gesehen hatte.

"Von nun an wirst du einen Namen haben, genau wie ich."

Der alte Mann tippte dem Jungen sanft auf die Nasenspitze mit seinem langen Finger. "Güte," erklärte er.

Güte.

A story by Pemba Umoja