Der verzauberte Kürbis

Eine Geschichte von Magie & Unfug

Der verzauberte Kürbis — a story by Pemba Umoja

Zwei Geschwister lebten außerhalb von Boston auf einer kleinen Farm, umgeben von sanften Hügeln. Die ältere Schwester Anne liebte Kürbisse, obwohl ihre Familie sie oft deswegen neckte. Ihr jüngerer Bruder Tremenser war der Schlimmste. "Kürbisse sind so hässlich, Anne. So buckelig und grotesk, genau wie du!"

Anne weinte jedes Mal. Wie konnte ihr Bruder so grausam sein? "Du siehst nur die Außenseite. Das ist nicht das, was zählt – es geht darum, wie sie einen fühlen lassen." Doch Tremenser lachte sie aus. Er hörte nie zu.

Eines Tages versteckte Tremenser ihre Lieblingskürbisse und lachte, als Anne verzweifelt nach ihnen suchte. "Wo sind meine Kürbisse?" weinte Anne, "Ich habe sie genau hier am Kamin gelassen. Sie sind jetzt nicht hier." Tremenser konnte sein Lachen kaum zurückhalten.

An diesem Abend, als der Herbst in den Winter überging, fegte ein Sturm über die Landschaft. Annes Eltern machten sich Sorgen, dass der erste Frost des Jahres ihre Ernte zerstören würde, ihre Kürbisse und Äpfel. In dieser Nacht saß Anne an ihrem Fenster und blickte auf das Kürbisfeld. Sie erkannte, dass der Frost auch die Kürbisse ruinieren würde. Obwohl der Sturm heulte, konnte sie den Gedanken nicht ertragen, sie zu verlieren.

Anne rannte zur Scheune, um eine Schubkarre zu holen. "Ich kann vielleicht nicht alle retten, aber ich werde so viele retten, wie ich kann." Der Wind heulte über das Feld, als Anne durch das frostige Gras stapfte, die Laterne schwankend in der Hand, entschlossen, ihre geliebten Kürbisse zu retten.

Plötzlich hörte sie einen Schrei. "Hilfe! Anne! Hilf mir!"

Es war Tremenser. Sie sah ihn in der Ferne, erstarrt vor Angst, als ein Kojote auf ihn zuschlich, Zähne gebleckt. Tremenser, der sie verspottet und ihre kostbaren Kürbisse versteckt hatte, war jetzt hilflos und zitterte wie ein kleines Kind.

Annes Herz raste. Sie hätte ihn sich selbst überlassen können – oder sie konnte handeln. Ohne zu zögern rief sie, schwenkte ihre Laterne hoch. Das Licht flackerte und warf lange Schatten über das Feld. Der Kojote zögerte, knurrte, dann schlich er sich in die Dunkelheit davon.

Tremenser rannte zu Anne, Tränen strömten über sein Gesicht. "Ich – ich dachte, er würde mich beißen!" stammelte er.

Anne seufzte und stützte ihn, als er sich an ihren Arm klammerte. "Du hättest nicht allein im Sturm draußen sein sollen," sagte sie bestimmt.

Tremenser wischte sein Gesicht ab und schaute beschämt nach unten. "Warum hast du mir geholfen? Nach all den Dingen, die ich zu dir gesagt habe... und die Kürbisse, die ich versteckt habe."

Anne wurde weicher. "Weil es nicht darum geht, was du getan hast, Tremenser. Es geht darum, was ich zu tun wähle. Wir sind Familie."

"Dann werde ich dir helfen, deine Kürbisse zu retten," sagte Tremenser. "Sie gehören nicht mir allein," antwortete Anne. "Sie gehören uns."

Mit einer Schubkarre, gefüllt mit mehr Kürbissen, als einer von ihnen je gesehen hatte, machten sie sich auf den Weg zurück zur Scheune, dann machten sie noch eine Fahrt ins Feld und dann noch eine. Zusammen sammelten sie alle Kürbisse, die sie in der kalten, dunklen und windigen Nacht finden konnten.

Als sie die Scheune verließen, um nach Hause zu gehen, streckte Tremenser seine Hand aus. In seiner Handfläche lag ein sehr ungewöhnlicher Kürbis mit einem langen, gebogenen Hals. "Er sieht aus wie ein Schwan," rief Anne. Tremenser lächelte. "Ich finde, du siehst aus wie ein Schwan, Anne. Der schönste Schwan der Welt."

Anne errötete. Es war das allererste Mal, dass Tremenser jemals etwas Nettes zu ihr gesagt hatte. "Das ist für dich, Anne."

In dieser Nacht stellte Anne den Schwanenkürbis neben ihr Bett. Als sie einschlief, träumte Anne davon, wie der Schwanenkürbis zum Leben erwachte und sie über einen stillen, mondbeleuchteten Teich zu einem geheimen Ort führte. Am anderen Ufer fand sie ein verborgenes Feld voller wilder Kürbisse. Die Luft war warm, der Frost verschwunden. Es war ein Ort des Friedens, ein Zufluchtsort.

Und als sie aufwachte, spähte Anne hinaus in einen strahlend blauen Himmel. Die Sonne schien, und der Frost war geschmolzen. Annes Eltern waren überglücklich, dass die Ernte verschont bleiben würde.

An diesem Morgen nahm Anne den Schwanenkürbis und fuhr mit dem kleinen Boot über den Teich. Genau wie in ihrem Traum entdeckte sie das geheime Feld der Kürbisse. Es war dort – ein Geschenk des Überflusses der Natur.

Als sie hinausblickte, konnte sie viele Kürbisse sehen. Manche würden sagen, sie sähen hässlich aus, aber jeder war auf seine eigene Weise schön. So viele waren wie Schwäne geformt.

Anne hob den Schwanenkürbis hoch in den strahlenden Himmel. Für einen Moment schien er seine Flügel auszubreiten. Genau wie Anne.

A story by Pemba Umoja