Der Armlehnen-Hog
Eine Komische Parabel
Der Armlehnen-Hog hatte eine Schnauze wie ein Schwein, aber deshalb nannten sie ihn nicht so.
Ob er einen Bus, Zug oder ein Flugzeug nahm, er beanspruchte beide Armlehnen. Die meisten Menschen waren zu schuechtern, um etwas zu sagen.
Manchmal streckte der Armlehnen-Hog sogar seine Ellbogen bis zur Haelfte in den Sitz seines Nachbarn. Sie wanden sich, wurden rot, hielten aber im Allgemeinen den Mund.
Der Armlehnen-Hog liebte es, seine Fluegel auszubreiten.
Eines Tages stieg eine Großmutter in einen Zug, um ihre Enkel zu besuchen. Sie hatte einen Fensterplatz gebucht und freute sich auf ihre Reise. Der Zug schlängelte sich entlang der Küste an Flüssen und Buchten vorbei. Es war ein wunderschöner sonniger Tag.
Dann setzte sich der Armlehnen-Hog neben sie. Sein Ellbogen streckte sich in ihren Schoss.
Der Armlehnen-Hog schlief schnell ein, als der Zug abfuhr. Der Armlehnen-Hog schlief immer. Der Armlehnen-Hog schnarchte auch immer.
Die Grossmutter wand sich. Sie konnte nicht einmal ihre Arme bequem in ihrem eigenen Schoss ablegen.
"Ich habe eine Idee," laechelte sie, als sie ihr Garn herausholte. "Dieser Pullover wird nicht nur meinen Enkel warm halten." Sie faedelte das rote Garn auf ihre Stricknadel.
"Soll ich?" dachte sie.
Gerade da fuhr der Zug ueber eine holprige Strecke. Der dicke Unterarm des Armlehnen-Hogs fiel weiter in ihren Schoss.
Die Grossmutter positionierte die Spitze ihrer Stricknadel nahe der weichen Armbeuge. "Soll ich?" dachte sie erneut. "Nein, das darf ich nicht."
Gerade da ruckelte der Zug.
"Autsch!" schrie der Armlehnen-Hog.
"Was ist passiert?" rief er aus.
Die Grossmutter kicherte leise, dann strickte sie friedlich weiter, ohne ein Wort zu sagen.
Der Armlehnen-Hog verschraenkte seine Arme ueber seiner eigenen Brust.
A story by Pemba Umoja